Einleitung

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Einleitung (PDF – Stand: 29.10.26)

A) Definition von Spiritualität
B) Die Weltformel
C) Die individuelle Loslösung
D) Die Hierarchie des Erkennens

Diese Weltformel ist der erste Versuch, Wissenschaft, Spiritualität und Logik zu einem kohärenten metaphysischen System zu vereinen. Metaphysische Systementwürfe behandeln in ihren klassischen Formen die zentralen Probleme der theoretischen Philosophie: die Beschreibung der Fundamente, Voraussetzungen, Ursachen oder „ersten Gründe“, der allgemeinsten Strukturen, Gesetzlichkeiten und Prinzipien sowie von Sinn und Zweck der gesamten Wirklichkeit bzw. allen Seins. de-academic.com

A) Definition von Spiritualität

Da der Begriff Spiritualität bei vielen Menschen Vorbehalte auslöst, soll hier eine klare Abgrenzung zu verwandten Begriffen vorgenommen werden.

Wikipedia definiert Spiritualität treffend als „die Suche, die Hinwendung, die unmittelbare Anschauung oder das subjektive Erleben einer sinnlich nicht fassbaren und rational nicht erklärbaren transzendenten Wirklichkeit, die der materiellen Welt zugrunde liegt.“

Die hier verwendete Bedeutung von Spiritualität ist jedoch nicht gleichzusetzen mit:
• philosophischem Spiritualismus – der „Interpretation des Wirklichen als geistig“,
• theologischem Spiritualismus – der „Anschauung, die die Erfahrung des göttlichen Geistes in den
Vordergrund stellt“, oder gar
• Spiritismus – dem „Glauben an Kontakte mit Geistern von Verstorbenen“.

Im Kern beschreibt Spiritualität die Beschäftigung mit den grundlegenden Fragen des menschlichen Daseins und das Streben nach einer Befreiung vom persönlichen Leid sowie vom Empfinden einer tiefen Isoliertheit trotz Beziehungen. Dabei geht es um eine tiefere Verbundenheit mit sich selbst (innere Ruhe, Selbstreflexion), mit anderen Menschen (Teilnahme, Empathie), aber auch mit der Natur oder gar dem Universum.

So umfasst Spiritualität drei Ebenen:

• Die intrapersonale Ebene: die Beziehung zu sich selbst, Selbstreflexion und innere Ruhe.
• Die interpersonale Ebene: Teilnahme, Mitgefühl und das Erleben von Verbundenheit.
• Die existenzielle Ebene: die Beziehung zur Natur, zur Welt bzw. Kosmos und zu einer als tiefer empfundenen Wirklichkeit.

Spiritualität geht einher mit Praktiken, die das Bewusstsein schärfen und den inneren Frieden fördern, wie zum Beispiel:

• Meditation und Achtsamkeit.
• Fasten, Körperübungen und Yoga
• Naturerfahrung und Verweilen in der Stille.
• Kreativität als künstlerischer Ausdruck.
• Philosophisches Nachdenken über unsere Existenz und Werte.

Spiritualität ist der menschliche Drang, nach Bedeutung zu suchen und ein tieferes Verständnis von sich selbst und der Welt zu erlangen. Sie ist weniger ein „Glauben an etwas“ als vielmehr ein Streben nach „Erleben von etwas“, das tiefer liegt als der oberflächliche Alltag.

Daher gibt es drei Aspekte der Spiritualität:

• Spiritualität als Suche: Lernen bzw. die Auseinandersetzung mit Sinn, Endlichkeit, Identität und dem eigenen Platz in der Welt.
• Spiritualität als Praxis: Meditieren, Körperübungen und Kreativsein.
• Spiritualität als Erfahrung: das unmittelbare Erleben von Verbundenheit, Ehrfurcht, innerer Weite, Stille und/oder Zugehörigkeit.

Abgrenzung zur Religion:
Während Religion eine institutionalisierte Zugehörigkeit ist, dogmatische Lehren und rituelle Praktiken umfasst, ist Spiritualität ungebunden, persönlicher und individueller. Beide sind geprägt von der Suche nach Sinn, Zweck und Tiefe im Leben. Man kann spirituell sein, ohne einer organisierten Religion anzugehören („spirituell, aber nicht religiös“). Religionen sind kollektiv ausgerichtet, haben überwiegend feste Strukturen, Glaubenssätze und Gemeinschaften, während Spiritualität individuell ausgerichtet, flexibel und fokussiert auf die Erfahrung des persönlichen Weiterkommens ist.

Drei Unterschiede lassen sich benennen:

• Zugang: Religion vermittelt über Lehre, Ritus und Gemeinschaft, Spiritualität setzt auf das eigenständige Lernen & Üben, um persönliche Erkenntnisse und Erfahrungen zu ermöglichen.
• Organisation: Religion ist kollektiv und strukturiert, Spiritualität ist individuell und flexibel.
• Verbindlichkeit: Religion kennt verbindliche Glaubenssätze und Vorschriften, Spiritualität erlaubt eigene Wege und Ziele.

Trotz dieser Unterschiede überschneiden sich Spiritualität und Religion, denn beide sind haltgebend und ermöglichen die Erfahrung einer tieferen Verbundenheit. Dabei gibt es religiöse Menschen, die sich mit spirituellen Themen gerne beschäftigen – und umgekehrt.

Spirituelle Menschen betrachten die Religionen als von Menschen geschaffene Institutionen des Glaubens, denn spirituelle Menschen glauben nicht, sie richten ihre Aufmerksamkeit auf die Energetik des Seins, ohne Personifizierungen (Gott, Teufel, Engel etc.) zu verwenden. Das ist der Hauptgrund warum spirituelle Menschen nicht zu jemandem beten, sie meditieren in sich.
Die selbsterzeugten dogmatischen Verbindlichkeiten sowohl der Religion als auch der Wissenschaft kennt Spiritualität nicht, denn sie ist ethisch verpflichtet, nicht moralisch oder paradigmatisch.

B) Die Weltformel

Die Weltformel dieses Blogs lautet:

→ Raum → Urknall → Zeit → Kosmos → Universum → Galaxis → Milchstraße → Sonnensystem → Biosphäre → Leben → Menschheit → individuelle Loslösung.

Die Weltformel fängt mit dem Nichts an und verdichtet räumliche Dimensionen sukzessive in sich, um in letzter Konsequenz die Menschheit zu erschaffen und zu sein. Die Chronologie dieser Weltformel wurde vom ursprünglichen Geist des Raums, der den Willen zu sein als dynamische Kraft enthält, in Bewegung gesetzt und entwickelte sich bis zur Menschheit intendiert eigenständig nach dem Prinzip des Versuchs und Irrtums weiter. Das bedeutet, dass die Entstehung des Menschen intendiert war, und ab dann setzte der individuelle Wille ein.

Was der einzelne Mensch aus seinem mitgegebenen Ego (Körper + Psyche + Geist + Sozialität) dann macht, ist größtenteils sein freier Wille. Das Endziel dieser Weltformel ist die individuelle Loslösung. Eine Loslösung vom Verlangen, das Leid verursacht, die nur durch einen Zustand höchster geistiger Klarheit und innerer Freiheit erreicht werden kann. Sie kann nur individuell durch aktive, geduldige und ambitionierte Anstrengungen durch An-sich-Arbeiten erreicht werden.

C) Die individuelle Loslösung

In der Weltformel ist die individuelle Loslösung als Endziel angegeben und soll daher hier schon näher erläutert werden, damit verständlich wird, wohin die Reise in diesem Blog und in spirituelleslernen.de geht.

Loslösung bedeutet Handlung, sich oder etwas abzulösen, zu entfernen. Wiktionary

Loslösung ist der Prozess des Verschwindens des Verlangens, womit sämtliche im Mittelhirn gespeicherten und durch erneute Begegnungen automatisch abgerufenen Gefühle nicht mehr aufkommen. In täglichen Begegnungen mit allen Menschen entstehen schon weiterhin spontan auftretende selektiv-situative Emotionen, aber die im Gehirn als Engramme gespeicherten Gefühle des Mittelhirns bei vertrauten Personen haben keine Relevanz mehr, sie sind nur kognitiv weiterhin vorhanden, wie emotionslose Erinnerungen. Die gefühlsmäßigen Gedächtnisspuren sind noch da, aber einflusslos.

Anders ausgedrückt: Sämtliche Gedanken bezüglich der gewesenen Gefühle aus früheren Beziehungen sind noch da, sodass das Geschehene nicht vergessen ist. Nur ist die emotionale Reaktion der Gefühle des Mittelhirns verschwunden. Als seien die emotionalen Engramme des Mittelhirns entkoppelt worden. Allerdings funktioniert das Mittelhirn sonst weiterhin uneingeschränkt selektiv-situativ emotional.

Ausführliches zur Unterscheidung zwischen Emotionen und Gefühlen ist im ergänzenden Artikel „11. Aus Emotionen werden Gefühle“ im Blog spirituelleslernen.de zu finden.

Kein Verlangen mehr zu haben bedeutet bspw. keine Gier, keinen Hass, aber auch keine Liebe mehr zu empfinden – sie kommen nicht mehr hoch, sodass sämtliche Gefühle, die mit Beziehungen zu tun hatten, nur noch kognitiv vorhanden sind, ohne frühere Gefühlskomponente. Dies führt zu einer einseitigen Anhebung einer Beziehungsdynamik auf das Niveau des anerkennenden Respekts mit einer grundsätzlich wohlwollenden Haltung als höchste Form menschlicher Interaktion.

Das menschliche Ego besteht, wie bereits erwähnt, aus den vier Seinskomponenten Körper, Psyche, Geist und Sozialität. Die Loslösung ist ein sozialer (Rückzug) und emotionaler (Verlust des Verlangens) Prozess. Eine zugehörige geistige Loslösung gibt es nicht, da das Geistige nicht zum Körper gehört. Körper & Psyche bilden eine psychosomatische Einheit, die angeboren ist. Bereits ein Säugling empfängt und zeigt Emotionen! Aber er muss lernen, zu verstehen.

Das hier verwendete Verständnis der Funktionsweise des Gehirns basiert auf eine grobe 4er-Einteilung, die bewusst nicht ganz der wissenschaftlichen Terminologie entspricht, hier von oben nach unten:

1. Das Großhirn als Informatikzentrale
2. Das Mittelhirn als emotionale Motivationszentrale
3. Das Kleinhirn die Koordinationszentrale
4. Das Rückenmark als Verteilungs-, Empfangs- und Reflexorgan

Diese Einteilung leugnet nicht, dass jedes Hirnareal auch andere Funktionen hat oder dass es enge Verflechtungen zwischen allen vier Hirnarealen gibt. Das älteste Areal ist das Mittelhirn, das aus Hirnstamm (die lebenserhaltende Schalt- und Steuerzentrale), Zwischenhirn (das Zentrum für innere Regulation und Motivation) und limbischem System (Emotionen & Engramme) besteht. Hier befinden sich die lebensnotwendigen Funktionen. Danach entwickelte sich das Großhirn, das dann das Rückenmark bildete, wonach das Kleinhirn – die Domäne des menschlichen Geistes – hinzukam. Diese Entwicklungsschritte sind nicht sukzessiv, sondern interaktiv entstanden.

D) Die Hierarchie des Erkennens

Eine Weltformel als metaphysische Systematik sollte eine Chronologie des Seins beinhalten und die zugehörige Theorie von Allem sollte einfach gegliedert, verständlich erläutert und in sich schlüssig sein. Je widerspruchsfreier sämtliche Inhalte der Theorie aufeinander abgestimmt sind, desto näher rückt sie automatisch an die Wahrheit von Logos, die Intelligenz der Milchstraße, heran. Dabei wird von folgender Hierarchie des Erkennens ausgegangen:

Wissen → Logik → Wahrheit → Weisheit → Intuition.

Wissen wird bewusst angesammelt und bei uns Menschen im Gehirn gespeichert, woraus unsere Intelligenz logische Verknüpfungen erstellt, um Wahrheiten zu erkennen, die in Übereinstimmung mit anderen Wahrheiten Weisheiten bilden. Der geistig reife Mensch denkt in Begegnungen kaum noch nach, vertraut auf seine Weisheit – und ist.
Die Hierarchie des Erkennens ist eine Abfolge inhaltlicher Verdichtungen der Dynamik des Wissens.

1. Wissen – fragmentiert
2. Logik – identifiziert
3. Wahrheit – strukturiert
4. Weisheit – synergiert
4. Intuition – integriert

Fragmentiertes Wissen benötigt Logik, damit Zusammenhänge zu erkennenden Wahrheiten werden, die sich dann zu übergeordneten Weisheiten verdichten (sollen). Integriert bedeutet, dass nach dem Bauchgefühl, das situativ aus innerer Weisheit heraus erscheint, gelebt wird.

Dreh- & Angelpunkt der Hierarchie des Erkennens ist die Wahrheit. Wissen und Logik sind erlernbar, und Weisheit ohne Wahrheit gibt es nicht. Die Grundthese lautet hier: Wahrheit wird nicht durch das Erkennen erzeugt, sondern das Erkennen erschließt eine Wahrheit, die bereits vorhanden ist. Gibt es „die Wahrheit“? Ja – wir sind! Aus unserem Sein lassen sich zwölf Wahrheitsbereiche ableiten, die wir Menschen herausfinden können/dürfen/sollen. Sie werden in der Tabelle 1 alphabetisch aufgelistet.

Tabelle 1: Die zwölf Wahrheitsbereiche unseres Seins (wir sind)
Wahrheitsbereich                         Wahrheitsgegenstand
1. Biologische Wahrheiten: Struktur und Gesetzmäßigkeiten des Lebens
2. Emotionale Wahrheiten: Struktur des subjektiven Erlebens und Empfindens
3. Existenzielle Wahrheiten: Struktur von Dasein, Endlichkeit und Lebensbedingungen
4. Gesellschaftliche Wahrheiten: Struktur der kollektiven Werte, Normen und Institutionen
5. Historische Wahrheiten: Struktur von vergangenen Ereignissen und Entwicklungen
6. Kognitive Wahrheiten: Struktur des Denkens, Erkennens, Verstehens und Entscheidens
7. Kosmische Wahrheiten: Struktur und Gesetzmäßigkeiten des Kosmos und unserer Galaxis
8. Ökologische Wahrheiten: Struktur und Wechselwirkungen von Lebewesen und der Biosphäre
9. Ökonomische Wahrheiten: Struktur von wirtschaftlichen und finanziellen Prozessen
10. Politische Wahrheiten: Struktur von Herrschaft, Entscheidungsprozessen und Politik
11. Soziale Wahrheiten: Struktur von Beziehungen und individueller Identität
12. Technologische Wahrheiten: Struktur und Funktionsweise technischer Systeme

Joseph                  – Stand: 29.10.26